Gewohnheiten

Sauber abschließen: Aufräumen, Farbreste und Material richtig lagern

Die letzte Stunde eines Projekts entscheidet, wie das nächste beginnt. Pinsel, Reste, Beschriftung und sichere Entsorgung.

Eine Farbrolle liegt in einer Wanne mit weißer Farbe auf einem kleinen Tisch

Die letzte Stunde eines Projekts wird am häufigsten übersprungen. Das Regal hängt, die Wand ist gestrichen, und der erste Impuls ist, die Pinsel bis morgen in ein Glas Wasser zu stellen. Aus morgen wird nächste Woche, die Pinsel sind hinüber, und das nächste Projekt beginnt mit einem Einkauf. Sauber abzuschließen ist eine Gewohnheit – und sie macht die nächste Arbeit leichter.

Pinsel und Farbrollen reinigen

Bei wasserbasierter Farbe streifst du zuerst so viel Farbe wie möglich zurück in den Eimer: bei Pinseln mit der Kante eines Spachtels, bei Rollenbezügen mit einem gebogenen Rollenabstreifer. Dann wäschst du sie unter fließendem Wasser aus und knetest die Borsten mit den Fingern durch, bis das Wasser klar bleibt. Ein paar Tropfen Spülmittel helfen dabei. Ausschütteln, die Borsten in Form bringen und die Pinsel zum Trocknen aufhängen oder mit den Borsten nach oben hinstellen.

Lösemittelhaltige Farben reinigst du mit dem Lösemittel, das auf dem Gebinde empfohlen wird, und zwar in einem gut belüfteten Raum. Das verschmutzte Lösemittel gehört niemals in den Abfluss. Wie du es entsorgst, regelt deine Kommune – meist über den Wertstoffhof oder die Schadstoffsammlung.

Zwischen zwei Anstrichen

Wenn du zwischen zwei Anstrichen nur ein paar Stunden Pause machst, musst du nicht alles auswaschen. Wickle Pinsel und Rollen fest in Frischhaltefolie oder eine Plastiktüte, damit sie nicht eintrocknen, und mach später am selben Tag weiter.

Farbreste aufbewahren

Etwas Farbe aufzuheben lohnt sich, denn Ausbesserungen gelingen mit dem Originalfarbton viel leichter. So lagerst du sie richtig:

  • Wisch den Rand des Eimers sauber, damit der Deckel dicht schließt.
  • Leg ein Stück Frischhaltefolie über die Öffnung, bevor du den Deckel aufdrückst.
  • Klopf den Deckel mit einem Gummihammer über einem Tuch rundherum am Rand fest.
  • Beschrifte den Deckel mit Raum, Wand, Datum und Farbton-Name oder -Nummer.
  • Lagere die Eimer aufrecht, nicht direkt auf dem Betonboden, und an einem Ort, der frostfrei ist und nicht zu heiß wird.

Kleine Mengen füllst du in ein kleineres, sauberes und luftdichtes Gefäß um. Je weniger Luft darin ist, desto länger hält die Farbe. Ein Marmeladenglas mit Ausbesserungsfarbe und der Aufschrift „Flur, Nordwand“ ist mehr wert als ein halb leerer Eimer mit unleserlichem Deckel.

Entsorgen, was du nicht mehr brauchst

Farben, Lösemittel, Klebstoffe und manche Reinigungsmittel gehören weder in den Abfluss noch in den Hausmüll. Je nach Kommune nimmt der Wertstoffhof oder das Schadstoffmobil Farbreste an, und mancherorts gibt es Tausch- oder Sammelstellen, die brauchbare Farbreste weitergeben. Informiere dich bei deiner Stadt oder Gemeinde, wie du mit den einzelnen Stoffen umgehen sollst.

Fast aufgebrauchte wasserbasierte Farbe kannst du oft im offenen Eimer an einem gut belüfteten Ort, außer Reichweite von Kindern und Haustieren, eintrocknen lassen und dann je nach Kommune entsorgen – eingetrocknete Dispersionsfarbe darf vielerorts in den Hausmüll. Lappen, die mit ölhaltigen Produkten oder manchen Holzölen und -lasuren getränkt sind, können sich beim Trocknen entzünden. Halte dich an die Herstellerangaben: Oft heißt es dort, die Lappen flach im Freien trocknen zu lassen oder in einem verschlossenen Metallbehälter mit Wasser aufzubewahren.

Staub und Schmutz

Schleifstaub von Spachtelmasse ist sehr fein und verteilt sich leicht. Sauge ihn ab, statt zu fegen, und leere oder wechsle danach den Staubsaugerbeutel bzw. Filter. Wisch die Flächen mit einem nur leicht feuchten Tuch ab. Schlag das Abdeckvlies nach innen ein, damit der Staub darin bleibt, bevor du es draußen ausschüttelst.

Material so lagern, dass du es wiederfindest

Eine kleine Wohnung braucht keine Werkstatt, aber ein einheitliches System hilft. Ein praktischer Ansatz:

BehälterWas hineingehört
Hauptwerkzeugkasten oder -tascheAlltagswerkzeug: Maßband, Schraubendreher, Wasserwaage, Hammer, Cuttermesser
Sortimentskasten für BefestigungenSchrauben, Dübel, Bilderhaken – nach Größe sortiert
MalerkistePinsel, Rollenbügel, Farbwanne, Malerkrepp, Spachtelmasse, Schleifpapier
SanitärtascheErsatz-Dichtungsringe, O-Ringe, Armaturenfett, Schraubenschlüssel, PTFE-Dichtband
Ordner für AnleitungenAufbauanleitungen für Mitnahmemöbel, Gerätehandbücher, Belege für Ersatzteile

Beschrifte jeden Behälter außen. Das klingt übertrieben – bis zu dem Tag, an dem du schnell einen Ersatz-Dichtungsring brauchst.

Eine frisch gestrichene weiße Wand mit einer Farbrolle mitten im Strich
Ein beschriftetes Glas mit Farbresten macht spätere Ausbesserungen schnell erledigt.

Ein einseitiges Projektprotokoll führen

Die letzte Gewohnheit ist eine kurze Notiz zu jedem Projekt: was du gemacht hast, was du gekauft hast, Farbton und Glanzgrad, welche Dübel du wo verwendet hast und was du beim nächsten Mal anders machen würdest. Bewahre diese Notizen in einem Notizbuch oder einem Ordner auf. Über ein paar Jahre entsteht so eine Chronik deiner Wohnung, die sonst niemand hat – und sie beantwortet Fragen wie „Welche Größe hatte noch mal der Regalwinkel?“ sofort.

Sauber abzuschließen fühlt sich wie der unspektakulärste Teil eines Projekts an. Doch genau dieser Teil macht aus einer Reihe einzelner Arbeiten Fähigkeiten, die aufeinander aufbauen.

Passende Checklisten

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