Zur Miete

Mietwohnungstauglich: Verbesserungen, die du beim Auszug rückgängig machen kannst

Kleine, rückbaubare Projekte, mit denen eine Mietwohnung besser funktioniert – und wie du vorher mit deiner Vermieterin oder deinem Vermieter sprichst.

Ein helles Wohnzimmer mit Regalen aus Naturholz, Pflanzen und einem Sofa

Zur Miete zu wohnen heißt nicht, mit einem tropfenden Wasserhahn, einer zugigen Tür und kahlen Wänden leben zu müssen. Es heißt aber, einen Schritt weiter zu denken als Eigentümer: Jede Änderung sollte entweder mit dem Vermieter abgesprochen sein oder sich leicht rückgängig machen lassen, damit du die Wohnung beim Auszug im vereinbarten Zustand zurückgeben kannst. Das schränkt dich weniger ein, als es klingt.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Was erlaubt ist, hängt von deinem Mietvertrag und den Umständen im Einzelfall ab. Lies deshalb deinen Mietvertrag und frag im Zweifel deinen Vermieter, deine Vermieterin oder die Hausverwaltung. Viele stimmen kleinen Verbesserungen gern zu, wenn man klar und schriftlich fragt.

Starte mit einer kurzen, schriftlichen Anfrage

Eine gute Anfrage ist konkret. Statt „Darf ich ein paar Regale aufhängen?“ schreib lieber: „Ich würde gern zwei Regale an der Wohnzimmerwand anbringen, befestigt mit vier Schrauben und Dübeln. Beim Auszug verschließe ich die Bohrlöcher und streiche die Stellen nach. Ist das in Ordnung?“ Auf konkrete Anfragen kommt schneller ein Ja, und eine schriftliche Antwort – auch per Textnachricht oder E-Mail – schützt euch beide.

Mach beim Einzug und vor jedem Projekt Fotos der Wohnung mit Datum. Sie helfen dir bei der Rückgabe der Kaution und dabei, alles wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen.

Wände: aufhängen, ohne es später zu bereuen

An den Wänden möchten die meisten Mieterinnen und Mieter etwas verändern. Ein paar Grundsätze helfen dabei:

  • Bohre so wenige Löcher wie möglich: Eine Bilderschiene, ein einzelnes Bilderregal oder ein angelehnter Spiegel ersetzen viele einzeln aufgehängte Rahmen.
  • Kleine Bildernägel hinterlassen winzige Löcher, die du beim Auszug mit einem Tupfer Spachtelmasse leicht verschließt.
  • Wieder ablösbare Klebestreifen eignen sich gut für leichte Rahmen auf glatter, fest haftender Farbe, können auf manchen Untergründen aber Farbe mit abreißen. Teste zuerst einen Streifen an einer unauffälligen Stelle.
  • Schwere Gegenstände brauchen eine solide Befestigung. Frag zuerst deinen Vermieter oder deine Vermieterin, halte dich dann an unsere Checkliste „Regale und Bilder aufhängen“ und notiere dir, wo jedes Bohrloch sitzt.

Beim Auszug sind Bohrlöcher schnell verschlossen – mit der Methode aus unserer Checkliste „Löcher in Gipskartonwänden ausbessern“, die sich auch auf verputzte Wände übertragen lässt. Frag deinen Vermieter nach der verwendeten Wandfarbe oder nimm ein kleines Farbstück mit in den Baumarkt, um den Farbton mischen zu lassen, damit die ausgebesserte Stelle nicht auffällt.

Zugluft: Dichtungen, die sich sauber wieder entfernen lassen

Das Abdichten von Türen und Fenstern gehört zu den nützlichsten Projekten für Mieter, weil es sofort spürbar mehr Komfort bringt und sich einfach wieder entfernen lässt. Selbstklebendes Dichtungsband an Türanschlägen und Fensterrahmen kannst du später wieder abziehen; Kleberreste lassen sich mit warmem Seifenwasser oder etwas Isopropanol entfernen. Lose Zugluftstopper für die Unterkante von Türen brauchen überhaupt keine Befestigung.

Angeschraubte Türbodendichtungen und Acryl- oder Silikonfugen an Rahmen sind dauerhafter, deshalb sprich sie vorher mit deinem Vermieter ab. Viele freuen sich über die Nachfrage, weil davon auch die nächsten Mieter profitieren.

Sanitär: erst melden, dann reparieren

Ein tropfender Wasserhahn ist oft eine Kleinigkeit, aber in vielen Mietverhältnissen sind Reparaturen an den Wasserleitungen und Armaturen Sache des Vermieters. Melde den Schaden deshalb zuerst schriftlich. Ist dein Vermieter einverstanden, dass du ihn selbst behebst, erklärt unsere Checkliste „Tropfenden Wasserhahn reparieren“ das Vorgehen. Heb den Kassenbon für das Ersatzteil auf.

Ohne Nachfrage kannst du in der Regel Strahlregler und Duschköpfe entkalken, einen langsam ablaufenden Abfluss mit einer Saugglocke freimachen und herausfinden, wo sich der Hauptwasserhahn bzw. das Absperrventil deiner Wohnung befindet. Letzteres lohnt sich schon am Tag des Einzugs.

Möbel: von Haus aus mietwohnungstauglich

Mitnahmemöbel sind die natürlichen Verbündeten von Mietern: Sie lassen sich aufbauen, wieder abbauen und ziehen mit dir um. Heb für jedes Möbelstück die Aufbauanleitung und einen beschrifteten Beutel mit Ersatzschrauben und Beschlägen auf – beim Umzug brauchst du sie.

Hohe Möbel brauchen trotzdem eine Kippsicherung, vor allem in Haushalten mit Kindern. Dafür sind nur ein oder zwei kleine Bohrlöcher nötig. Frag deinen Vermieter, erklär, dass es um die Sicherheit geht, und verschließ die Löcher beim Auszug.

Eine Auszugs-Checkliste für deine Änderungen

ÄnderungSo machst du sie rückgängig
Bilderhaken und kleine NägelEntfernen, spachteln, leicht schleifen, Farbe ausbessern
Regalschrauben und DübelDübel entfernen, spachteln, grundieren, nachstreichen
Selbstklebendes DichtungsbandLangsam abziehen, Reste mit Seifenwasser entfernen
Ablösbare KlebestreifenLasche langsam gerade nach unten ziehen, wie auf der Packung beschrieben
Kippsicherung für MöbelAbschrauben, Löcher spachteln, nachstreichen
Ausgetauschte Dichtung oder Kartusche am WasserhahnNichts rückgängig zu machen; Kassenbon aufheben

Die Grundidee ist einfach: Richte die Wohnung so ein, dass sie für dich funktioniert, solange du dort wohnst, und dokumentiere alles, damit die Übergabe schnell geht. Eine Notizbuchseite mit jeder Änderung und den passenden Fotos macht aus dem Auszugstag statt einer Hetzerei einen entspannten Nachmittag.

Passende Checklisten

Setz das mit unseren Projekt-Checklisten in die Praxis um: Werkzeug, Vorbereitung und Arbeitsschritte auf einer druckbaren Seite.